Ich möchte gerne etwas erzählen, was mir heute passiert ist - bei einer sehr banalen Tätigkeit: des Einkaufens.
Vielleicht kennt Ihr das? Ihr steht in der Kassenschlange und blickt Euch die Artikel auf dem Band der anderen Kunden an, blickt
die Kunden an, die Artikel und ordnet den Menschen vor Euch gewisse charakterliche Eigenschaften zu oder vermutet wenigstens, was sie
heute Abend zum Essen kochen könnten (vorausgesetzt wir befinden uns in einem Lebensmittelgeschäft).
Ich persönlich versuche diese Art von Beobachtung zu vermeiden, weil es zu einem gewissen Schubladendenken führt - finde
ich jedenfalls. Aber ich könnte diese Situation nicht beschreiben, hätte ich sie nicht selbst schon einmal erlebt.
Stattdessen stand ich also in dieser Kassenschlange dieses einen Geschäftes und fing an, mich zu beobachten.
Nein, nicht im Spiegel... mmmh, obwohl, es könnte wahrlich ein Seelenspiegel gewesen sein.
Ich dachte darüber nach, wer ich vor zehn Jahren gewesen war. Jünger, einfacher?, komplizierter?, ich dachte an mein Herz,
was sich damals mein Herz gewünscht hatte.
Es waren Wünsche, die mit Selbstwert, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein
zu tun hatten. Ich wollte also immer so sein, wie derjenige, der eben damals mein großes Vorbild war... wenn ich heute
so darüber nachdenke, finde ich den Gedanken süß und schnuggelig... müsste ich ihn hier jetzt vor Euch darlegen, wäre
es ganz schön peinlich für mich, haha... aber ich denke, jeder hat so seine eigenen Empfindungen, die einst für einen selbst
sehr wichtig waren und heute so überholt, aber liebenswert erscheinen.
Ich überlegte, was heute mein Herz möchte. Es hat wieder etwas mit Selbstwert zu tun und Selbstbewusstsein, ja und auch
Selbstvertrauen. Wenn ich die Worte auseinander nehme, dann verändern sich die Inhalte von damals zu heute:
Selbstwert ist heute für mich: Den Wert, den ich mir selbst zu schreibe (mmmh, scheint immer noch ein schwieriges
Thema in meinem Leben zu sein).
Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein: Nicht das Selbstvertrauen und -bewusstsein, wie ich auf Menschen zu gehe, sondern
wie viel ich mir selbst bzw. meinem Selbst vertrauen darf und kann und wie bewusst ich mir selbst bin bzw. mein Selbst sich
ist.
Mein Herz weitete sich ein wenig in dieser Schlange, weil ich eines für mich bemerkte. Ich war jetzt viele Schritte weiter
als vor zehn Jahren.
In diesen Jahren hat Gott mein ganzes Leben verändert... und seit zwei Jahren berührt Er mich auf eine sehr direkte
Weise, wie ich noch nie in meinem Leben zuvor Berührung - in wundervoller Weise - erlebt habe.
Ja, ich bin Christin. Aber das hat nur am Rande etwas damit zu tun, worauf ich hinaus will, was dann kam.
Es geht wirklich um das einzig wahre, was jeden Menschen betrifft, wonach jeder Mensch sucht, strebt, sich reckt und
streckt - seien es Kindergärtner/innen, Atheisten, Manager/innen, Nihilisten, Politiker/innen, Muslime/Muslimas, Verkäufer/innen,
männliche Autofahrer (ja, ich bin eine Frau und kann einparken - auch rückwärts :0)!!! Meistens, wenn Mann mir nicht zuschaut und mit dem
Finger auf mich zeigt... wie sehr fehlt dann mir das, was ich gerade beschreibe...) Käufer/innen, Angestellte,
Arbeitslose, Verbrecher jeder Coleur, Pferdedresseure...- ja, richtig erraten: es geht um die Liebe!

Zurück zu mir, ich stehe in der Schlange und - wie die Kassiererin - warten wir auf den Filialleiter, weil er seine
Karte in die Kasse einscannen muss... warum auch immer...
Und genau in diesem Moment kam in mir die Frage auf: Wo wird mein Herz sein, wenn ich sterben werde, also von dieser
Erde hier gehen werde?
Wird es noch immer nach Selbstbewusstsein, Selbstwert und Selbstvertrauen suchen (alle drei Formen der Bewertung seiner
selbst hat ja implizit die Beschreibung in sich, wie viel man sich selbst liebt bzw. von außen angenommen, also
geliebt wird - eine Erfahrung mit der Liebe)?
Und ich konnte diese Frage mit einem klaren Nein beantworten.
Was dann kam, muss ich vielleicht vorher kurz derart beschreiben... ich hatte vor einigen Jahren einmal ein ganz
besonderes Erleben mit dieser leuchtenden Liebe erfahren dürfen. Hört sich jetzt irgendwie verdreht an, aber ich
blickte für eine kurze Zeit in den Himmel und war gebannt. Geborgenheit, geliebt sein, Lebendigkeit, sein dürfen,
gehalten sein, umwärmt, mmmh, erleuchtet sein - aber auf einer ganz besonderen Ebene (ohne also einer Besonderheit,
einseitig von allem abgegrenzt zu sein, sondern alles war und ist: eins mit allem im spürbaren, eigenen Sein!)... Ich kann es bis heute nicht vergessen... vielleicht versteht
Ihr mich? Weil Ihr auch so eine besondere Erfahrung gemacht habt...
Wie ich also mein Herz fragte, wonach es suchen wird, wenn ich von dieser Erde gehe... spürte ich diese warme Liebe
wieder, dieses Licht in meinem Herzen, das ich schon einmal hatte sehen dürfen. Eine allumfassende Liebe. So unbeschreiblich
so wunderbar warm und erwärmend, so... NaNaNaNa... Jens Böttcher hat genau die Liebe mit diesem Wort beschrieben, weil sie
unbeschreiblich ist...
Seit heute Mittag flirtet das Lied einmal mehr mit meinem Herzen, meine Seele singt, swingt und tanzt dazu!!
Und ich stellte mir dann noch vor, ich wäre nicht Christin, sondern Nihilst oder Atheist oder Muslim oder Buddhist...
es war plötzlich total egal, wer oder was man war... die Liebe nimmt einen so an, wie man ist (dabei möchte ich so gerne
aus meinem Glauben heraus sagen, dass ich es fühle, spüre, dass Jesus Christus diese Liebe in Verkörperung dargestellt
hat und heute wie damals spürbar anwesend ist)!
Diese Essenz spürte, erlebte ich wahrlich aus diesem Erleben! Es gibt keine Unterschiede in der Liebe!!
Mein Herz frohlockte. Und ich dachte mir: Ja, wie gut, dass es Menschen gibt, die sich wahrlich für die Liebe einsetzen!
Den Menschen zeigen, wo die Liebe zu finden ist. Im Herzen eines jeden Menschen - egal welcher Coleur, welchen
sozialen Hintergrundes, welchen Berufes, welcher Familie...
Es ist die Liebe, es ist das Herz, worum es geht!
Ich möchte Gott damit loben und preisen, welch wunderbare Liebe Er ist, was Er für uns Menschen tut, welch große
Macht Er mit Seiner Liebe hat, ohne Seine Macht mit Triumph auszuleben, außer um mit uns den Triumph der Liebe
zu feiern... Gott ist die Liebe und die Liebe, also Gott, liebt uns...
Und wir? Wir dürfen die Liebe lieben - mit unserem ganzen Herzen und durch unser ganzes Herz - mit allem, was und wer wir sind!!
Mögen Euch meine bescheidenen Worte ein wenig mehr Farbe, Liebe, Licht, also mit ähnlichen Worten gesprochen: Selbstbewusstsein,
Selbstwert und Selbstvertrauen in Euer Herz bringen. Und wenn Ihr all das
schon in Euch habt, schenkt die Liebe Euren Mitmenschen weiter - dadurch vermehrt sie sich in Eurem und in deren
Herzen und schafft Gutes, für die Liebe!!