Jens Böttcher - "Himmelherz" (Asaph
2005)
Nach zwei Meilenstein-Alben im Duo Rosenbrock & Böttcher, kommt Jens
Böttcher nun solo und setzt in der christlichen Musikszene ein weiteres
Mal Maßstäbe: "Himmelherz" beeindruckt durch 16 gut geschriebene Songs,
die direkt aus dem Herzen zu kommen scheinen, und eine adäquat
liebevolle Produktion des bewährten Teams Henry Sperling und Karsten
Deutschmann, die als Instrumentalisten das Grundgerüst der Backing Band
bilden. Zu dieser gesellen sich da und dort prominente Mitstreiter wie
Sarah Brendel oder Bayless Conley (wer außer Jens Böttcher würde einen
vielbeschäftigten kalifornischen TV-Prediger zu einer Fernsession
überreden?).
Sarah sorgt als Duettpartnerin bei "Frieden" für Momente,
die in ihrer Intensität geradezu erschüttern. Conley krönt den
eingängigsten Song der Platte "Nananana" mit rockiger Bluesharp.
Abgehende Rocknummern sind auf dem Album insgesamt aber eher die
Ausnahme, obwohl Stücke wie "Am Ende des Tages" und "Himmelsrichtung"
sich regelrecht hochschrauben und Power aufnehmen (Kopfhörertest
machen!).
Aber auch die langsamen, melancholischen Stücke wirken nie
statisch. Mit seiner bisher intensivsten Vokaldarbietung nimmt uns Jens
Böttcher hinein in Gebete der Hingabe, der Zuversicht und des Lobes.
Gegenüber den ersten beiden Alben hat er sich etwas vom
Gospelfolk-Einfluss gelöst, aber in "IBHNZ" (Ich bin hier nicht zuhause)
blitzt Americana-Charme auf und entstaubte, traditionelle Hymnen kommen
ebenso zu ihrem Recht. Die Botschaft von Gottes Liebe ist durch die
ambitionierteren Eigenkompositionen und die gewonnene lyrische Tiefe
nicht schwammig geworden. Dass ein Herzblutmusiker wie Jens Böttcher
nach seiner Bekehrung "sein Äußerstes für Gottes Höchstes" gibt, ist ein
Glücksfall und unschätzbarer Gewinn für die christliche Musikwelt. Wer
sich für diese Platte ausreichend Zeit nimmt, wird eine neue
Freundschaft schließen.
Rainer Buck für Come-Magazin 11/05
Mit diesem Album wandert Jens Böttcher das erste Mal auf Solopfaden, nach den zwei Alben von Rosenbrock und Böttcher (r+b und parousia).
Es ist schon länger her, dass Himmelherz erschienen ist (2005 und jetzt schreiben wir das Jahr 2008), doch hat es an Klang, Raum und Vitalität keine Note einbüßen müssen. Gerade das Gegenteil. Je länger und mehr man sich die Songs von Jens Böttcher wahrnehmend anhört, umso mehr Tiefe bekommen sie.
Wir kennen doch das, was in der modernen Hitparadenmusik im kommerziellen Sinne uns ins Ohr dringt: Ein Lied gefällt uns, dann 'müssen' wir es die ganze Zeit hören, bis es uns dann doch nicht mehr gefällt.
Aber wahrlich, mit jedem dieser Songs von Himmelherz ist es genau das Umgekehrte.
Wie ein guter Whiskey, der über Jahre hinweg reift, dann genossen wird, so sind die Songs von Jens. Sie reifen mit dem Menschen, der sie hört, das fasziniert mich so an seiner Kunst!
Somit kann ich [...] sagen, das Album Himmelherz ist wunderbar, hat eine Tiefe und Sanftheit, einfach schön zum Genießen!
Hier etwas Persönliches von mir: Ich höre das Album auch sehr gerne, wenn ich in einer melancholischen Stimmung bin, dann ist es für mich wie ein Rettungsring mit sanftem Motorantrieb, der mich liebevoll an Land bringt... ich sage nur: "denn Gott liebt dich!" oder auch "am Ende des Tages legt sich eine Hand auf unser'n Schmerz!"
Was ich besonders an Jens Böttcher' s Musik so hervorragend finde: Der Americana-Einfluss seiner Arrangements!
Solch ein Musiker findet man kaum in Deutschland, meiner Meinung nach erst recht nicht in der christlichen Szene - doch: Ihn! :0)
Ein außergewöhnliches Album!
eine Amazon-Rezension