Warum lässt Gott Leid zu?
Wir alle fragen uns immer wieder in unserem Glauben, warum Gott Leid zu lässt. Diese Frage lässt uns über
viele Stolpersteine fallen. Manche können nicht recht an einen liebenden Gott glauben,
lehnen Ihn als ungerecht ab, andere tauchen tiefer in den Glauben ein.
Ich habe mich natürlich auch mit dieser Frage beschäftigt und kam auf unterschiedliche Gründe, die -
zusammengefasst und ineinander gebunden - eine gewisse Logik mit sich bringen.
Das erste ist, dass Gott in der Bibel immer wieder sagt, dass Er den Menschen das Gute wie auch das Böse
erfahren lässt.
Das zweite, was ganz offensichtlich ist: Da wir nach Gottes Ebenbild geschaffen worden sind, haben wir
Schöpferkraft. Das heißt auch, dass wir einen freien Willen haben, zu tun, was wir wollen (leider aber
vergessen wir allzu gerne, dass wir auch Verantwortung für unser Handeln tragen... auch wenn dies nicht
immer sofort sichtbar und spürbar ist... und wir manchmal von uns aus ohne Weisheit handeln,
massiv die Grenzen übertreten, da ist es kein Wunder, wenn wir uns dann weh tun).
Als nächstes fällt mir ein, ohne Leid würden wir nur an einer Stelle stehen bleiben, nicht, oder
kaum vorankommen, würden wenig lernen: Über uns, das Leben, unseren Mitmenschen, dem Nächsten.
Wir würden keinen Trost, keine Trauer, kein Weinen erfahren, aber auch keine wirkliche Freude, Fröhlichkeit
erkennen.
Und genau das ist es: Ohne die dunklen Zeiten im Leben, würden wir weniger die hellen erkennen. Wenn wir
nur im Licht leben würden, woher wollen wir wissen, was Licht ist, wenn wir Licht nicht erführen? Und das geht
nur, wenn wir Dunkelheit erleben.
Es gibt dazu eine Geschichte von einem englischen Offizier, der kurz vor Kriegsende 1945 mit seinen
Soldaten eines der unzähligen KZs
befreit hat. Er musste mit seinen Leuten Berge von Leichen entdecken,
die bis auf die Knochen abgemagerten Menschen,
am seidenen Faden des Lebens hängend, mit einem Fuß an der Schwelle des Todes.
Am nächsten Morgen stand er an dem nahegelegenen See und beobachtete den Sonnenaufgang. Wie kontrastreich
die Welt doch ist. Er fragte sich, warum Gott dieses Leid hat zulassen können. In seinem Herzen begann sich
ein Zweifel an der Liebe Gottes einzuschleichen, als ihm der entscheidende Gedanke kam: Die Menschen haben
das Leid geschehen lassen, nicht Gott.
Wenn Gott Böses zulassen kann, wie können wir Menschen dann mit unserem freien Willen schöpfend
wirken? Ich glaube, dass wir Menschen unsere Entscheidungen mittels unserem Willen
treffen, ob gute oder schlechte, und Gott
mit Seiner Kraft die Dinge sozusagen zeitlich so setzt, dass alles in unserem Leben wie ein Puzzle
zusammenpasst (natürlich ist hier eine vereinfachte Form der Darstellung des menschlichen Willens
beschrieben. Zum Willen gehört Einstellung und Überzeugungen, Lernen, Intelligenz, Erfahrung, Prägung,
Wissen, äußerliche Umstände wie Menschen, unterschiedliche Meinungen und so vieles mehr, was Gott in unserem
Leben schafft und
was unseren Willen beeinflussen lässt. Oh, ja, der freie Wille ist beeinflussbar! Beobachtet mal die Werbung,
was sie mit Euch macht... Appetit auf Mäc bekommen? Oder wollt Ihr doch lieber Wäschewaschen mit Arielle?).
Gott kann alles überschauen und überblicken, Er macht alles passend; plötzlich
treffen wir einen lieben Menschen (der sich für diese Richtung zu gehen entschieden hat), den wir lange nicht mehr gesehen haben,
auf der Straße, weil wir uns im richtigen Moment für die rechte Abzweigung entschieden haben.
Außerdem gibt uns Gott mit dem Dunklen in unserem Leben die Möglichkeit Ihn zu erfahren. Ich kann dabei
den Psalm 107 (Link mit persönlicher Geschichte) empfehlen zu lesen, der viele Beispiele in sich trägt, welch starke Kraft Gott hat, Dinge zu
verändern, weil Menschen an Ihn glauben, mit Ihm das Leben gestalten.
Und das ist mein großer Trost, mein starker Halt im Leben: Dass ich mich dafür entschieden habe,
mein Leben mit Gott zu gestalten, ich gehöre ganz Ihm und weiß, egal, was auch immer passieren möchte,
Er ist da und hält mich. Und: Er lässt uns nie im Stich! Er hat Seine Zusagen immer gehalten, auch wenn Menschen Ihm
untreu wurden. Gott ist ein gnadenreicher, barmherziger Freund, dEr in meinem Herzen wohnt.