So tief

Jens Böttcher scheint auf den ersten Blick kein Vorzeige-Christ zu sein.

Sein Aussehen ist eher rockig, Richtung punkig zu beschreiben, seine Art, Musik zu machen, scheint ebenso eine Ausnahmeerscheinung im Bereich des CCM (Contemporary Christian Music, also zeitgenössische christliche Musik) zu sein; sein zweites Solo-Album "Reisefieber" erschien säkular - zu Recht.
Doch was mich persönlich an seiner Kunst - wie er Musik macht, Bücher schreibt, Radio Comedies entwickelt - anspricht, dass er durch sie seine Authentizität ausdrückt, eine Echtheit, die ich oft bei Christen auf meiner Suche nach Gott lange vermisst habe; keine Scheinheiligkeit oder übertriebene Frömmigkeit, sondern die Echtheit, der zu sein, der man ist, weil Gott einen so erschaffen hat! Wir dürfen echt sein, so wie wir sind! Das ist die klare Aussage in der Kunst von Jens... oder wie Reverend Eminent sagen würde: "Stay real, stay tight!"

Jens gehört zu denen, die spürbar von Gottes Liebe singen und schreiben; er er-lebt sie (aufgrund seines Erlebens und seiner ganz persönlich gestellten Fragen, aus denen tiefgründige Kunst entsprießen), dabei vermittelt er das Wort Gottes auf eine besondere Art und Weise, nach der ich mich lange gesehnt habe.
Warum? Weil ich in meiner eigenen, persönlichen Beobachtung wahrgenommen habe, dass Christen oft selbst so sehr auf der Suche nach dieser tiefen Liebe Gottes sind, sie in ihrem festen Bibelglauben so sehr an Worte festhalten, die für jedes Leben, jedes Individiuum ganz persönlich geschrieben sind, also, meiner Meinung nach im kollektiven Sinne auf den Einzelnen nicht oder nur bedingt übertragbar sind (übertragbar ist aber das höchste Gebot!).

Gott hat uns allen ein außergewöhnliches, einzigartiges Leben, damit Seinen Geist, und somit ein eigenes Denken geschenkt, mit dem wir uns gegenseitig aufbauen und erfahren können; darin haben wir eine große Verantwortung, aber auch Freude, eben echt in der Liebe zu bleiben.

Leider aber können wir auch einander im indiviuellen oder kollektiven Denken verletzen, wenn wir uns zu sehr nach einem Glauben richten, der auf eine gewisse Weise starr konformiert ist (Matth. 23, 1 - 15; sind wir nicht alle ein bisschen pharisäerisch?) - ein persönliches Anliegen meinerseits: Kein "political correctness", sondern Nonkonformismus (Jesus war so ein Nonkonformist, und damit Vorbild. Er wurde von den Pharisäern auf hinterhältige Weise geprüft: "Nenne uns das höchste Gebot, Meister" und Jesus antwortete in seiner ruhigen, verständnisvollen, aber bestimmten Art: "Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken! Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ein weiteres ist genauso wichtig: Liebe deinen NÄCHSTEN wie DICH selbst").



Gott ist Liebe, das darf die Grundlage allen Glaubens sein, egal in welcher Religion (und mit dieser Basis würde sofort jede Religion grenzenlos sein - ein Beispiel: Ich habe eine wunderbare türkische, also muslimische Freundin, und wir beide unterhalten uns HERRlich über Gott, weil wir beide wissen, Er, dessen Name für uns alle heilig ist, ist die Liebe... wir lernen voneinander).
Deshalb glaube ich auch, dass wir Christen voneinander lernen dürfen, ohne irgendjemanden aus unserer persönlichen Überzeugung auszuschließen, weil er anders ist als wir uns mit unseren Vorstellungen es wünschen.

Die authentische Art von Jens stößt bei vielen Christen auf Grenzen, weil er nicht dem entspricht, was wir uns unter einem Vorzeige-Christen vorstellen. Dabei stoßen viele Christen auf ihre eigenen Grenzen, die mit der Nächstenliebe schwer zu vereinbaren sind: Intoleranz.

Mit Sicherheit ist Jens nicht der Einzige*, der hier auf Grenzen stößt, anders Denkende haben es oft schwer in einer langen Tradition von starrer Gebotseinhaltung durch ihre Mitmenschen die Liebe Gottes wahrzunehmen.
*er ist aus meiner Sicht ein mutiges Beispiel dafür, kein Blatt vor dem Mund zu nehmen, um seine Wahrheit, seine aus der Erfahrung gewonnene Erkenntnis liebevoll, zudem im Verständnis derer, die ihr Limit in Sachen Toleranz und Akzeptanz erreicht haben, auszusprechen.

Aus meiner ganz eigenen persönlichen Erfahrung heraus wurden mir vor langer Zeit Grenzen als Christ durch die Vorstellung eines in Starrheit gegossenen Bibelglaubens anderer aufgezeigt, wie weit ich mit meinem Denken frei sein darf; ich bezeichne mich selbst als Freigeist - für mich eines der höchsten Güter eines Menschen, insbesondere im Zeitalter der Manipulationsfluten der Medien wie auch dem schnellen Geldverdienen im Verzicht auf das Menschsein im industriellen Sinne (ein Gedanke zum Denken: Industrielle und Politiker sind heute die Vorbilder unserer Gesellschaft, so habe ich erkannt... gut, dass Gott die ganze Welt in Seiner Hand hält!).
Aus dem vielen Erlebten zog ich mich vom Christsein und auch von Gott zurück und suchte weiter nach Liebe, die ich auch im Christentum zunächst nicht finden konnte.
Dank der Kunst und dem Zeugnis von Jens, und der Verwandlung von Christen, die ich heute ganz neu und frei erfahre, fand ich dorthin zurück, wem ich gehöre, zu Jesus Christus, zu Gott.

Noch ein Wort zum Vorstellen: Allein das Wort Vorstellen zeigt auf, dass wir vor dem Eigentlichen etwas vorstellen, also nicht richtig sehen, weil wir etwas davor gestellt haben. Und das will ich mit dieser Homepage unter anderem vermitteln: Diese wunderbare Kunst von einem, der nicht in der Masse mitschwimmt, sondern uns etwas mit-teilt, was er ent-deckt hat, etwas wunderbares, etwas einmaliges, und das bringt er in seinen Konzerten so tief zu den Menschen: Die liebevolle, heilende, gebende, tiefe Lebendigkeit von Gottes Liebe in unsere Herzen!
Darf man das auch Nächstenliebe nennen?

Lasst Euch verzaubern von seinen Songs, von seinen Worten, von seinem Humor. Ich denke, ich habe viel auf dieser Fanpage gepostet, dass Ihr Euch ein Bild von Jens machen könnt, ohne dabei etwas vorzustellen. Euer eigenes Bild zu machen, das ist das, worum es geht: Eben echt zu sein!

Und darum geht es doch, was wir uns alle von Herzen wünschen!

Möge Gottes Liebe Euch stets umhüllen, Sein begleitender Schutz bei Euch sein, möge Frieden, Freude und Freiheit Euer höchstes Gut sein! Auf bald - vielleicht begegnen wir uns ja bei einem der Konzerte von Jens!

... liest oder hört, oder beides - in vollem Genuss möchte ich Euch allen sagen!

Mit den herzlichsten Grüßen
Ines :>


Ich wär gern so tief wie der Ozean
dann könnt ich Dir näher sein
und könnte Dich tiefer lieben
Ich wär gern so hoch wie der Himmel
dann könnt ich Dir näher sein
könnte an Deiner Seite fliegen
Ich hätt gern ein Herz, ein Herz aus Gold
Dann könnt ich Dir näher sein
Könnt mit Dir strahlen wie ein Stern
Ich wär gern so weit wie der Horizont
Dann könnt ich Dir ähnlich sein
Und könnte Dich endlos lieben
Ich wär gern so tief wie der Ozean
dann könnt ich Dir näher sein
und könnte Dich tiefer lieben.
Text und Musik: Jens Böttcher

Ozean - zum Hören