Toter Mann
Der Mond war rosa, mein Kopf war vernebelt,
die Nacht war so klar. Die Lüge verschwunden, vom
Winde verweht, ohne großes Trara.
Ein Toter im Spiegel am Morgen nach dem Leben danach.
Er redet mit mir, ich antworte ihm, obwohl ich nichts sag.
Toter Mann, ich kenne dich
toter Mann, ich hab dich vermisst
du weißt doch, dass man nur die Lebenden
doch nie die Toten je vergisst.
Der Mond war rosa, der Himmel entflammt,
die Nacht mir nicht klar. Die Liebe begraben,
doch sie ist wieder auferstanden und längst wieder da.
Die barmherzigen Schwestern des leisens Vergebens
auf dienstlichen Reisen
während die Engel den Seelen den Weg
aus dem Zweifel in Heiligkeit weisen.
Toter Mann, ich kenne dich
toter Mann, ich hab dich vermisst
du weißt doch, dass man nur die Lebenden
doch nie die Toten je vergisst.
Vielleicht bist du nur ein Bote des Wahnsinns,
ein stummes Trugbild aus Leid und Wut
Vielleicht bist du ein verlogener Heuchler,
der bloß so tut, als wüßt' er nicht, was er tut.
Vielleicht bist du die Stimme der Täuschung,
vielleicht bist du ein falscher Prophet,
ein Blinder, der um besser nichts zu sehen
immer überall in der ersten Reihe steht.
Toter Mann, ich kenne dich
toter Mann, ich hab dich vermisst
du weißt doch, dass man nur die Lebenden
doch nie die Toten je vergisst.
Der Mond war rosa, mein Kopf war vernebelt,
die Nacht fast vorbei. Der Tote im Spiegel sagt:
Vielleicht komm ich bald mal wieder vorbei...
Text und Musik: Jens Böttcher, "Toter Mann" auf Himmelherz