1. Joh., 4, 20 - 21: Wenn jemand sagt: "Ich liebe Gott, aber seinen Bruder hasst, dann ist er ein Lügner;
denn wer die Menschen nicht liebt, die er doch sieht, wie kann er Gott lieben, den er noch nie gesehen hat?
Gott selbst hat uns geboten, nicht nur ihn, sondern auch unseren Nächsten zu lieben"
Heute Nachmittag saß ich im Gebet und tiefen Gespräch mit Gott, meine Bibel in der Hand und las diesen Text...
eigentlich las ich wieder einmal die Stelle im 1. Johannesbrief 4, 7 - 21, "Einander lieben".
Mich berührt diese Bibelstelle sehr, weil es mir immer wieder gelingt, nicht in der Liebe zu sein.
Ich las die Zeilen vor dem zwanzigsten Vers und konnte in und mit meinem Herzen allem nur zustimmen, was da
stand. Es geht um die Liebe - Gott ist die Liebe!! In der Liebe zu leben bedeutet in Gott zu leben und dadurch
lebt Gott auch in einem selbst.
Da erkenne ich wieder das dreiteilige Höchste Gebot, "1. liebe Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Verstand,
und das kommt ihm gleich: 2. liebe deinen nächsten 3. wie dich selbst!."
1. Wer in der Liebe lebt, 2. der lebt in Gott und 3. Gott in ihm.
Auch den anschließenden Versen, mit denen ich meine relativ unregelmäßig regelmäßigen Gedanken des Monats begonnen habe,
konnte ich nur zustimmen. Mir fiel auf, dass hier "nur" von Gott und vom Nächsten gesprochen wird.
Warum aber nicht auch von dem Selbst? Nun, das ist eine Frage für sich... ich kann sie für mich so beantworten,
wenn ich meinen Nächsten nicht liebe, so kann ich mich doch auch nicht wirklich lieben.
So werden die Worte auch total logisch, denn wer etwas aus dem Höchsten Gesetz ausschließt, liebt nicht wirklich.
Johannes betont sogar, dass man nicht nur nicht liebt, sondern lügt, womit er recht hat!
Mir ist aber sehr bewusst, wie schwer es ist, sich selbst zu lieben.
Ich glaube, jeder Mensch hat damit ein Problem, sogar Egoisten in tiefer Wahrheit.
Dabei erkannte ich, wenn ich Gott liebe und auch meinen Nächsten, aber mich nicht, lüge ich auch.
Weil ich nicht richtig liebe. Und das ist ja total logisch! Egal wie ich es drehe und wende...
wenn ich meinen Nächsten und mich selbst liebe, aber nicht Gott, also die Liebe, dann liebe ich auch nicht -
besonders, weil ich ja dann komplett die Liebe auschließen würde!
Manchmal fallen wir aus der Selbstliebe heraus und benötigen die Liebe unseres Nächsten - und umgekehrt!
Ich weiß, dass das Lieben - Nächsten- und die Selbstliebe - eine tägliche Aufgabe ist,
die niemand wirklich mit Bravour schafft.
Es gibt immer Situationen, in denen man "versagt".
Aus Dispositionen heraus, seien es Erfahrungen in der längst vergangenen
Vergangenheit, oder aus der vorher erlebten Situation.
Oder aber genau umgekehrt, man liebt mehr, weil man aufgrund erfahrener Liebe dispositioniert ist...
also positioniert ist :0).
Wir Menschen können nicht anders, als so wie wir sind: Uns von Situation zu Situation zu verbessern, indem
wir immer weiter lernen zu lieben.
Aber auch zu wissen, dass wir von Gott, der die Liebe ist, geliebt sind.
Wir sind von Gott so sehr geliebt, dass Er mehr gab, als wir jemals geben können - Seinen Sohn Jesus Christus!
Er ist in Seiner Liebe unfassbar freundlich! Er schenkt sich uns in all Seiner Liebe zu uns.
Und nun kommt es...
1. Gott ist die Liebe, 2. liebt Er Seinen "Nächsten" (uns) 3. wie sich selbst!
In der Tiefe gesehen, sind wir von Gott so sehr geliebt, so wie Gott selbst als die Liebe ist - und liebt uns
unendlich!
Dieses Wissen - diese tiefe Weisheit - auf das eigene Leben übertragen, auf die eigene Person, die unendlich
geliebt ist, haben wir Menschen die Chance, diese Liebe in uns anzunehmen, uns lieben zu können.
Dadurch gelingt es auch, unseren Nächsten zu lieben, weil wir wissen, dass wir geliebt sind.
Zu wissen, dass man geliebt wird. Zu erfahren, dass man geliebt ist!
In sich hinein zu fühlen - in einer ruhigen Minute - in sich hinein zu hören, zu spüren, dass die Liebe, dass
der unendlich liebende Gott und Jesus Christus in uns und um uns herum da ist.
Und jeden Tag ein Stück mehr und intensiver in sich hineinfühlen, diese haltende, unendliche Liebe wahrnehmen -
dadurch fließt die Liebe durch unser all-tägliches Leben.
Sich von der Liebe tragen zu lassen... sie im Herzen aufzunehmen und sie aus dem Herzen dem Nächsten weiterzuschenken,
gibt der Liebe den Strom des Fließens und vermehrt sich: in unserem Herzen und in den Herzen aller, die
Liebe erfahren!
Sich von der Liebe tragen zu lassen, so wie Jesus Christus über das Wasser ging... ein tiefes psychologisches
Bild, das uns Jesus Christus geschenkt hat! Jesus hat uns den Weg eröffnet und gezeigt: Der Glaube an die Liebe,
bedeutet die Macht der Liebe ist größer als die Macht dieser Welt (Matth. 14, 25 - 32; Joh. 16, 33).
Wir sind geliebt - Glaube, Liebe, Hoffnung.
Ich wünsche mir für alle Menschen, auch für mich, dass die Liebe sich in all unseren Herzen durch das
Weiterschenken vermehrt! Gott, der die Liebe ist, ist freundlich zu uns!
Allein die Liebe erhält und bewegt unser Leben.
(Iwan Sergejewitsch Turgenjew,1818 - 1883, russischer Erzähler und Dramatiker)